» AFRIKA

MB DOG KEIN PROBLEM

18.6.2006  Zanzibar, Tansania

Oli: Bühne und Technik waren gerade aufgebaut, als die tiefgrauen Wolken, die währenddessen aufgezogen waren, sich mit Donnerschlägen entleerten, so stark, dass sich die Straße zum Strand und das Meer vorübergehend zu ein- und demselben Nass verbanden. Hätten wir uns für das alte Fort entschieden, wäre alles vorbei gewesen, denn das Fort, das ansonsten durch Kanonen und Schießscharten sehr gut gesichert schien, war von der technikfeindlichen Feuchtigkeit von oben ohne Mühe einnehmbar. Wir waren mit unserer Entscheidung zufrieden.

Nachdem die Technik stand und funktionierte wie sie sollte, zog ich ein paar Bahnen im Hotelpool und sank danach bei geschlossenen Fensterläden unter Ventilator und Moskitonetz in einen zweistündigen Tiefschlaf ...

Wir ahnten nicht, John ausgenommen, dass Afande Sele bereits ein Star auf Sansibar geworden ist. "Der King of Bongoflavour".

"1000 Leute stehen vor dem Laden, man kommt kaum noch durch die Strasse. Wir müssen uns etwas einfallen lassen“ sagte John zu mir als er mich zum Club abholte. Die Situation war folgende: ca. 800 – 1000 Kids stehen vor der Tür und wollen rein, geht aber nicht weil viel zu klein, drinnen nur von den Türstehern eingelassenes Stammpublikum und auf der Terrasse essende und staunende Touristen.

Der Unmut wuchs. Einerseits vor der Tür anderseits und zunehmend im Club. Es empörten sich Einige darüber, dass nur Leute eingelassen wurden, die sich das finanziell leisten konnten. Wir fanden das natürlich auch nicht gut und handeln mussten wir so oder so. Die einzige Chance die wir hatten war die Terrasse. Sie sollte zur Bühne werden, um den Strand schließlich dem Publikum zu überlassen.

John ging mit einem Funkmikrofon hinaus und versuchte die unruhige Menge um das Haus herum, vom Eingang weg, zum Strand hin umzuleiten. In kurzer Zeit füllte sich dieser. Tische und Stühle wurden, etwas chaotisch zwischen heranströmenden Sele-Fans und den, mit dem Teller in der Hand flüchtenden Essenden, notdürftig zur Seite herausgezogen, um genug Platz für alle zu schaffen.

Als Hip-Hop-Act war es für Sele und MB Dog kein Problem mit der räumlichen Änderung klarzukommen. Alles was sie benötigten war ein CD-Spieler und drei Funkmikrofone. Also konnte es schon bald losgehen. Die beiden Bands legten sich mächtig ins Zeug und die Stimmung wurde von mal zu mal besser. Die Leute, die sich im Club befanden, konnten 2 Hip-Hop-Bands lustigerweise von hinten sehen und die Fans draußen ihre Stars hautnah erleben. Als die beiden Acts die Stimmung ordentlich aufgeheizt hatten und ihr Gig vorbei war, stellte sich nun die Frage, wo spielt Tele???
 
» zurück