» AFRIKA

LIVINGSTONE

18.6.2006  Zanzibar, Tansania

Oli: Nach einem etwas enttäuschenden Konzert am Vortag, was die Anzahl der Besucher anging, in Tansanias Hauptstadt Dar Es Salaam, saßen wir in einem kleinen Flugzeug Richtung Sansibar. Unter uns, von türkisblauem Wasser umrandete, fast kreisrunde Erhebungen aus weißem, scheinbar feinstem Sand, denen vereinzelt und zu allem Überfluss ein kleines Krönchen aus Palmen aufgesetzt war. Urlaubskatalogimpressionen in Echtzeit, nicht unterteilt durch Tabellen aus Vor-, Haupt- und Nebensaison, sondern gerahmt von ovalen Flugzeugdoppelfenstern mit einem Hauch von Kondensationsniederschlag, mittig.

Nach der Landung und dem Transfer zu unserer Unterkunft stärkten wir uns im Restaurant, des direkt am Meer gelegenen und wohl aus der Kolonialzeit stammenden Hotels, mit einem lang ersehnten und köstlichen Frühstück, zwischen weit geöffneten Holzsprossenfenstern und vorbeifahrenden Segelbooten und Frachtern, sodass unsere Worte verstummten und wir nur durch gelegentliche Seufzer oder Ausrufe des Wohlbefindens unser selbiges zu unterstreichen versuchten.

Nach dem Frühstück stand mir bevor, die Technik, die aus Dar Es Salam eingeschifft wurde, zu koordinieren. Tobi war mit von der Partie. Ursprünglich war das Konzert in dem Fort von Sansibar geplant, wurde aber, nach einer Begehung, aufgrund der Befürchtung, es könnte regnen, kurzfristig in den Musikclub und Restaurant "Livingstone", verlegt.

Mit Tobi, Adel, dem Manager des Clubs, selbst Musiker mit Tourerfahrungen in Deutschland und Europa, John, unserem Betreuer aus Dar Es Salaam und Nancy vom Goethe-Institut, besprachen wir bei einer Tasse Kaffee den zeitlichen und technischen Ablauf des Abends. Die Bands, die gleichen die auch schon am Abend zuvor in Dar Es Salaam dabei waren, sollten in folgender Reihenfolge auftreten: "MB Dog" dann "Afande Sele" und zu guter Letzt "Tele". Die Bühne, Hauptanlage mit Mischpult in den Club. Zusätzliche Lautsprecher auf der Terrasse.

John äußerte bis zum Schluss der Besprechung seine Bedenken, dass der Club möglicherweise zu klein sei. Da wir aber alle, inklusive Tele, der Meinung waren, lieber in einem prall gefüllten Club als in einer nur zum viertel gefüllten Halle, wie am Tag zuvor, zu spielen, konnten wir seine Meinung nicht teilen.
 
» zurück