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ZU GAST BEI DUDU

16.6.2006  Harare, Simbabwe

Martin: Mittags zum Essen eingeladen von Dudu Manhenga, die (Afrojazz)-Sängerin, mit der wir abends spielen. Vor dem Essen im Garten ihres Hauses fassen sich alle Gäste im Kreis stehend bei den Händen und jemand spricht ein Gebet. Zum Essen gibt es traditionelles Simbabwisches. Maisbrei, getrocknete Fischchen, Gemüse, Kuhfuss und eine Art Maden, die wir auch schon in Namibia gegessen haben.

Ich suche das Besteck, merke aber schnell, dass man hier mit Fingern isst. Der Nachmittag verläuft sehr entspannt. Später zurück ins College of Music, danach ins Hotel, wo morgens beim Frühstück eine Kassette mit 80er Jahre Hits lief, die auch am nächsten Morgen (und wahrscheinlich am übernächsten) noch mal laufen wird.

Das Konzert abends. Es kommen nicht ganz so viele Leute, jedoch mehr als ich erwartet habe. Zuerst spielen Dudu und ihre Band "blue caro". Besonders beeindruckt sind wir von den Schnalzlauten in Zulu, die beim Singen immer wieder als perkusives Element Anwendung finden.

Danach wir, mit viel Hall. Die Leute im gestuhlten Saal kommen beim zweiten Lied nach vorn und tanzen. Bei "Wovon sollen wir leben" kommt Dudu auf die Bühne und singt mit Francesco. Als Zugabe "Dilemma" und "911" mit beiden Bands. Auf der großen Bühne stehen dann irgendwann bestimmt 20 Leute und es werden immer mehr. Sogar Frau Botschafterin, bei der wir später zum Essen geladen sind und bei der ich im Hausflur ein Foto von Stefan neben einem Bild von Horst Köhler machen werde, tanzt mit auf der Bühne. Nach dem Konzert stehen wir mit den simbabwischen Musikern vor der Halle und versuchen uns in der jeweiligen Sprache Zungenbrecher beizubringen. Gelächter.

Wir fahren eine halbe Stunde aus der Stadt heraus zum herrschaftlichen Haus der Botschafterin mit dem klingenden Namen Blumberger-Sauerteig, wo wir Kassler und Kartoffelsalat serviert bekommen. Der schweizerische Botschafter beglückwünscht uns in schwyzerdütsch: "Vorr alläm das Zusammenspuil hat mirr sähr gut gefalen." Wir sitzen gemischt und irgendwann einfach so "mittendrin". Ein schöner Abend. Dudu lässt uns über einen Fahrer am nächsten Tag ein Briefchen mit ihrer CD zukommen und lässt god uns bless you...
 
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