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ENTSPANNUNG

14.6.2006  Windhoek, Namibia

Jörg: Sonnendurchflutete Weite, ein afrikanisches Gespräch: "Nagib Dajaob ne dunjabib eja ma..." Ansonsten eine vollkommene, reiche Stille, wie es sie wohl nur in der Wüste geben kann. Klare Luft gibt den Blick frei auf eine schier endlose Weite, die jeder Beschreibung spottet. Ungefähr 2000 m hoch, 360° um mich herum nichts als bergige Steppe. Habe das Gefühl, die Berge am hintersten Horizont wären 100 km von mir entfernt. Und das sind sie wohl auch.

Noch nie in meinem Leben war meinen Augen ein solch weiter Blick übers Land vergönnt. Bemerkenswert, dass eben jener Blick nach Innen zeigt. Möchte versinken in dieser erhabenen Weite. Schweigen und Staunen. Hinter dieser Größe verschwinden die eigenen Probleme, das eigene Leben zu einem einzigen, winzigen Staubkorn. Lächerlich, wie wichtig man sich selbst doch manchmal nimmt. Wenn man sich einmal in Relation zu so einer unfassbaren Landschaft setzt. Das war eine dieser Stunden, die ich noch lange, lange in mir tragen werde. Alles geht mit der Landschaft in die Tiefe – der Blick, der Atem, die Gedanken.
 
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