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SUPER DRUMMING

12.6.2006  Maputo, Mosambik

Stefan: Am Tag unserer Abreise steht in Maputo noch ein Musik-Workshop auf dem Programm. Musik-Workshop, dieser Begriff ruft eigentlich erst einmal negative Assoziationen hervor. Könnt ihr euch noch an die Sendung "Super-Drumming" erinnern? So in diesem Style stell' ich mir das natürlich vor.

Ein Musiker - in diesem Fall ein Schlagzeuger - spielt das komplizierteste Pattern, d.h. Stück, so schnell er kann und tut so, als wäre es das Selbstverständlichste der Welt. Danach erzählt er, dass man es nur mit harter Arbeit und dem nötigen Talent so weit bringen kann. So sieht's aus. Nur noch schlimmer, Musik-Workshops finden nicht in coolen Studios, sondern auf ungemütlichen Messen oder in großen Musikgeschäften vor Fachpublikum statt und das Publikum unterhält sich nach dem Workshop noch darüber wie schlecht und unwürdig man doch im Vergleich dazu ist. Das war's.

Na, Lust bekommen? Dann vielleicht mal schnell in den nächsten Musikladen. In der Schlagzeugabteilung finden nämlich immer kleine Workshops statt. Und zwar sobald sich dort einer an ein Drumset setzt. Der tut dann so, als wolle er das Ding kaufen und den Klang des Sets auschecken. Spielt aber wie oben beschrieben: "das komplizierteste, so schnell er kann" ... und es groovt eigentlich nie!! Danach hat man ein leichtes Pfeifen auf den Ohren, aber immer noch keine Ahnung wie das Teil jetzt klingt. Großartig!! Deshalb ist unsere Begeisterung vor dem Workshop eher verhalten.

Einige von uns haben sogar Angst, dass unsere Zuhörer viel besser spielen als wir. Das wäre eigentlich nicht so schlimm, aber irgendwie kann man sich doch nicht so leicht von der oben angesprochenen Erwartungshaltung freimachen. Eigentlich ist aber ein Workshop nichts anderes, als ein Erfahrungsaustausch bei denen man Wissen mitteilt und das ist besonders toll wenn verschiedene Kulturen aufeinander stoßen. So ist es dann auch in Maputo. Patrick hat es ausführlich geschildert. Ich hatte viel Spaß und was dabei gelernt.
 
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