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MOSAMBIK SUCHT DEN SUPERSTAR |
10.6.2006 Maputo, Mosambik |
Patrick: Nach anfänglicher Enttäuschung über das dreckige Meerwasser und das 1:0 durch England gegen Paraguay durch Eigentor, unser Konzert im tollen Kulturzentrum. Der 14-jährige Junge, der mit Tele zu "Dilemma" groovt, als hätte er nie einen anderen Song gespielt, der Besuch im "Gil Vicente", wo die Hausband Jazz, Fusion, Rock und einen Gary-Moore-Klassiker spielt und schließlich den 8-plazierten von Mosambik-sucht-den-Superstar zu einigen Top40 - Hits begleitet- Wahnsinn!
Und anschließend Jamsession. Erst singt Francesco mit der Hausband "911", dann lassen wir anderen uns zu einem Todesjamm auf E hinreißen. Und endlich die sehr bewegenden Auftritte von Celeste, Paolo und B.B. King. Und mit Karaoke klingt der Abend aus, außer für Stefan und Jörg, die noch Hausbesuche machen. Mosambik hat unser aller Erwartungen übertroffen. Es war eine Überraschung in einem der ärmsten Länder der Erde auf einmal so viele freundliche, unbeschwerte und aufgeschlossene Menschen und hervorragende Musiker zu treffen.
Jörg: Völlig fertig "noch kurz" auf den Jam. Yes, was für ein Hammer! Immernoch der schönste Zugang zur Musik. Die Hausband spielt erstmal ein Jazz-Set. Super Musiker mit sehr eigenem Ton und Feeling.
Es wird immer abgefahrener – wir schon mittendrin in der Party – von wegen "mal kurz". Jetzt kommen die ersten Sänger. Maputo sucht den Superstar – Cese räumt ab. Gegen drei bis vier Uhr passieren unglaubliche Dinge. Ein Blues wird angespielt – langweilig. Bis eine extrem skurrile Gestalt auf die Bühne humpelt. Ein Rasta–Freak, zerfurchtes Gesicht und Voodoo-Blick singt B.B. King à la Tom Waits. Später sein herzzerreißendes "Let it be" mit dem ganzen Club. Groß.
Ich bin schon so weit, jedem um den Hals fallen zu wollen, als Paolo noch Afro-Singer-Songwriter zum besten gibt und Cese mir den Rest gibt. Als es dann ins Hotel gehen soll, kann ich mich einfach nicht von dieser wundervollen Nacht trennen und steige kurzentschlossen bei Stefan, Anne, Anine und Tine ins Auto. So lebt man im Mittelstand in Maputo. Terrasse, Beton, Balkon, Hund, Fliesen, Wachmann, ruhig, WG. Entspannter, schöner Ausklang einer tollen Nacht. Stefan – KnickKnack – kommt also doch mit ins Hotel.
Um 6 Uhr müde und erledigt im Bett. Pretoria ist dann mein Preis und ich liege, wie Tobi und Patrick, mal einen Tag flach. Pünktlich für Namibia sind wir aber wieder alle fit... |
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